Musikalische Leckerbissen

— Konzertreihe alter Musik —

Aus der kaiserlichen Schatzkammer

Unbekannte musikalische Gemmen aus den Wiener Archiven.

Sonntag 21.09.2014 19:00 — Langer Saal (Obergeschoss), Schloss Bučovice (Butschowitz), Zámek 1, CZ–68501 Bučovice.

Programm

Heinrich Ignaz Franz von Biber (1644 – 1704)Sonata e moll   (A–Wm Ms. XIV 726, No. 11  +  C. 142 (Nürnberg 1681), No. 5)
[Praeludium] — Variatio/Presto — Aria e Variatio
Kaiser Joseph I. (1678 – 1711)Aria   (CZ–Bm A 13.268)
 
AnonymDas Posthorn H–dur   (A–Wm Ms. XIV 726, No. 69)
Vivace
Heinrich Ignaz Franz von Biber (1644 – 1704)Passacaglia c moll   (A–Kr L 83  +  C. 142 (Nürnberg 1681), No. 6)
 
Jan Ignác František Vojta (cca. 1660 – vor 1725)Sonata h moll   (A–Wm Ms. XIV 726, No. 70)   [Skordatur: h–fis–h–e]
Tardissimo — Presto — Tardissimo — Allegro — Tardo — [Allegro]
 
Rupert Ignaz Mayr (1646 – 1712)Sinfonia in A   (A–Wm Ms. XIV 726, No. 78)
Adagio — Non Presto m’Allegro
AnonymMusicalisch Urwerck   (A–Wm Ms. XIV 726, No. 68)
[Uhrenschläge] — [Aria] — Der Wecker — [Gigue]
Ignazio Albertini (1644 – 1685)Sonata No. 12 a moll   (A–Wm Ms. XIV 726)
Adagio — Allegro — Adagio — Allegro — Adagio
Ignazio Albertini (1644 – 1685)Sonata No. 3 h moll   (XII Sonatinae per violino e basso continuo, 1692)
Adagio — Allegro — Allegro — Adagio — Allegro
Joseph Umstatt (1711 – 1762)Partita g moll
Largo — Allegro — Intermezzo — Menuet/Trio/Menuet — Polonaise
Anton Andreas Schmelzer (1653 – 1701)Sonata [Türkenschlacht bei Wien 1683]   (A–Wm Ms. XIV 726, No. 80)   [Skordatur: a–e–h–e]
Adagio: Der Türcken Anmarch[e] — Aria. adagio: Der Türcken Belägerung der Stadt Wien — Der Türcken stürmen — Anmarsch der Christen — Treffen der Christen — Durchgang der Türcken — Victori der Christen

Über das Programm

Barockmusik ist immer noch eine bodenlose Schatzkammer versteckter Meisterwerke, die heute nicht nur durch ihre Schönheit und Virtuosität bestechen, sondern auch ein einzigartiges Zeugnis über das tägliche Leben unserer Vorfahren, ihrer Freuden und Leiden bringen. In vergangenen Jahrhunderten waren königliche und adlige Höfe Orte, wo die Künste kultiviert wurden. Bibliotheken und Archiven horten immer noch unbekannte Werke, die der Wiederentdeckung harren. Eine heute kaum wahrgenommene Kostbarkeit ist die Fülle von Kompositionen aus dem 17. Jahrhundert für Geige und Generalbass, die Geschichten von Sehnsucht, Liebe und der Härte des damaligen Lebens erzählen.

Foto: Esther Neumann

Esther Neumann

Esther-Rebecca Neumann, Violine, studierte zunächst Konzertfach Violine an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien, sie gewann in ihrer Jugend zahlreiche erste Preise bei nationalen Wettbewerben. Als Orchestermusikerin musizierte sie in verschiedenen Symphonieorchestern wie dem Tonkünstler Orchester, dem Concertverein, dem Ambassade Orchester und dem Orchester Neue Oper Wien und dem Tiroler Ensemble für Neue Musik. Die zahlreichen Tourneen führten sie durch Europa und Asien. Später entdeckte sie ihre Liebe zur historischen Aufführungspraxis und ihre Studien führten sie in die größten europäischen Barockmusikzentren. Sie beendete ihre weiterführenden Studien der historischen Interpretationspraxis und historischen Spielweise mit Auszeichnungen bei Michi Gaigg am Brucknerkonservatorium in Linz, bei Petra Müllejans in Frankfurt am Main und bei Lucy Van Dael am Conservatorium van Amsterdam.

Konzerte, Radio- und Fernsehübertragungen mit international renommierten Ensembles und Orchestern wie dem L’Orfeo Barockorchester, Academia Montis Regalis, dem Ensemble Suavissima Musica Christo und dem Freiburger Barockorchester führten sie durch Europa und Amerika. Sie widmet sich der historisch authentischen Aufführung von Sonaten vom Frühbarock über Klassik bis hin zu Solokonzerten der Klassik und der authentischen Aufführung auf historischen Instrumenten Romantischer Musik. Zur Wiederentdeckung, Wiederaufführung und Rekonstruktion beschädigter Musikwerke vergessener Komponisten transkribiert sie Werke für verschiedene Besetzungen und widmet sich der Forschung in Musikarchiven. Sie gründete das Originalklang!Orchester Wien.

Foto: Barbara Maria Willi

Barbara Maria Willi

Barbara Maria Willi ist eine gefragte Spezialistin für Historische Tasteninstrumente. Ihre Studien in Freiburg, Strasbourg und ihr Aufbaustudium am Mozarteum in Salzburg schloss sie 1995 mit Auszeichnung ab. Im gleichen Jahr gewann sie einen „Prix d’encouragement – special mention“ im Internationalen Cembalowettbewerb in Brügge. Als Cembalistin und Interpretin auf dem Hammerflügel arbeitete sie mit führenden Solisten wie Sergio Azzolini, Anna Fusek, Doron Sherwin oder Jos van Immerseel zusammen und war auf bedeutenden Podien wie dem Prager Rudolfinum, dem Opernhaus Zürich, im Concertgebouw Utrecht oder im Wiener Konzerthaus zu hören.

Zusammen mit dem britischen Geiger John Holloway und dem Lautenisten Nigel North hat sie neuentdeckte Schmelzer-Sonaten aufgenommen, die einen Preis der Deutschen Schallplattenkritik gewonnen haben und in Amerika Furore machten (Fanfare und American Record Guide 2001). 2000 verwirklichte sie mit der Sopranistin Magdalena Kožená und dem Kontratenor Thierry Grégoire ein Händel-Projekt im Rahmen des Festivals Concentus Moraviae. Die Fernsehaufzeichnung dieses Konzerts gewann den prestigeträchtigen Fernsehpreis Goldenes Prag. Die Zusammenbarbeit mit Magdalena Kožená ging weiter mit einer CD-Aufnahme mit der Prager Kammerphilharmonie für die Deutsche Grammophon. Einen weiteren bedeutenden Preis gewann Barbara Maria Willi mit der Schola Gregoriana Pragensis und dem belgischen Vokalensemble Capilla Flamenca. Die französische Musikkritik zeichnete das gemeinsame CD-Projekt mittelalterlicher tschechischer Musik unter dem Titel „Salve Mater“ mit dem bedeutenden Preis „choc du monde de musique“ aus.

Foto: Jan Čižmář

Die Cembalistin ist in Tschechien ein beliebter Gast von TV-Shows, z.B. mit Marek Eben, ihr Portrait ist im online-server des Tschechischen Fernsehens unter dem Titel „Bravo-Barbara Maria Willi“ abrufbar. Barbara Maria Willi war 2005 Jurorin des Internationalen Cembalowettbewerbs im Rahmen des Festivals Prager Frühling. In Brno hat sie eine erfolgreiche Konzertserie unter dem Titel „Barbara Maria Willi stellt vor“ gegründet und ist Leiterin der Abteilung für Alte Musik an der dortigen Musikhochschule. Sie besitzt einen unikaten Hammerflügel aus dem Jahre 1797 von Franz Joseph Baumeister.

Jan Čižmář

Jan Čižmář ist ein vielseitiger Interpret mit Spezialgebiet historische Zupfinstrumente. Er tritt regelmäßig in Europa, Asien und den USA auf, u. a. mit dem Concertgebouw-Orchester, dem Orchestra of the Age of Enlightenment, Orchester des 18. Jahrhunderts, Rotterdams Philharmonisch Orkest und der Capella Cracoviensis, sowie unter Dirigenten wie Frans Brüggen, Christopher Hogwood, Giovanni Antonini, Yannick Nézet–Séguin und Christina Pluhar. Er gibt auch Solokonzerte mit Barock- und Renaissancemusik.

Nach dem Studienabschluss in Gitarre und Musikwissenschaften in seiner Geburtsstadt Brünn setzte er seine Studien beim Royal College of Music in London fort, wo er begann, die Laute bei Jakob Lindberg zu spielen. Danach studierte er in Den Haag am Koninklijk Conservatorium bei Nigel North, Joachim Held, Mike Fentross and Christina Pluhar.

Er gründete und war Herausgeber der tschechischen Zeitschrift Kytara (Die Gitarre) und schreibt regelmäßig für andere Musikzeitschriften. Er ist auch intensiv mit Verlags- und Forschungsaktivitäten im Bereich der Alten Musik beschäftigt.

Jan Čižmář unterrichtete Laute und verwandte Instrumente an der Karol-Szymanowski-Musikakademie in Katowice (Kattowitz, Polen); derzeit unterrichtet er an der Janáček-Akademie für Musik und darstellende Kunst in Brünn. Er gibt regelmäßig Kurse und Masterclasses in Europa und in Übersee.

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Wir danken

Das Konzert findet mit finanzieller Unterstützung des tschechischen Kultusministeriums statt.

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