Musikalische Leckerbissen

— Konzertreihe alter Musik —

Gemälde: Charles Mouton (1690)
für aktive Teilnehmer/innen

Meisterkurs für Lautenisten und Gitarristen

Meisterkurs mit Jan Čižmář, gewidmet der Interpretation der Lauten- und Gitarrenmusik im Mitteleuropäischem Raum um 1700.

Donnerstag 1. Juni 2017 — Hochschule für Künste Bremen, Dechanatstr. 13–15, 28195 Bremen, Deutschland.

(Der Zeitplan wird vor dem Kurs den Teilnehmer/innen bekannt gegeben.)

Über den Meisterkurs

Gemälde

Der Meisterkurs ist offen für alle Spieler/innen der Laute oder Gitarre, die sich für die Aufführung und Interpretation von Musik jedwelcher Epoche interessieren. Unabhängig vom Instrument bleibt das Ziel, die Grundsätze der historischen Interpretation anhand von Beispielen des zeitgenössischen Repertoires kennenzulernen und das Wesen der Werke zu verstehen, mit dem Ziel einer wahrhaftigen Vermittlung, die die Zuhörer/innen anspricht und ihre Seele berührt. Um dies zu erreichen, streben wir danach, viele Bereiche zu meistern, ohne die unsere Interpretation inkomplett wäre. Zusätzlich zu den technischen Problemen werden wir uns deswegen auch dem historischen Kontext der Werke widmen, dem Studium der historischen Quellen sowie der musikalischen Rhetorik.

Von der Idee her baut der Meisterkurs baut auf das Symposium „Wege zu Silvius Leopold Weiss“ auf, das am 11.–13. November 2016 am Koninklijk Conservatorium in Den Haag stattfand. Es strebte den Ziel an, mindestens einen Teil des musikalischen Erbes, das Silvius Leopold Weiss beeinflussen könnte, vorzuführen. Eine Reihe von Vorträgen und Konzerten beleuchteten die interessanten Themen, und es ertönten ausgewählte Werke aus diesem umfangreichen und zum größten Teil vergessenen schöpferischen Vermächtnis. Im Jahr 2017 werden dann das Wissen und die Erfahrung aus jener Konferenz auf die Ebene der praktischen Arbeit mit den Studierenden der Alten Musik an den Musik­hochschulen in Brünn, Bremen und Den Haag sowie weiteren Institutionen übertragen.

Teilnahme

Aktive Teilnahme wird für professionelle und semi-professionelle Instrumentalisten angeboten. Wir erwarten vorwiegend solistische Teilnahme, begrüßen aber ebenfalls Kammer­ensembles (Lauten/Gitarren-Duos oder Laute/Gitarre mit Gesang oder anderen Instrumenten). Spieler/innen sowohl von historischen Instrumenten wie auch von der modernen Gitarre sind willkommen.

Die Teilnahme am Meisterkurs umfasst eine Unterrichts­einheit von 45 Minuten Länge und ist kostenlos für Studierende der HfK Bremen. Wir bieten auch eine begrenzte Anzahl Plätze für andere Interessenten. Für sie beträgt der Kursgebühr 20 €. Es ist möglich sich für zusätzliche Unterrichts­einheiten anzumelden. Bitte die Online-Anmeldeformular ausfüllen.

Passive Teilnahme am Meisterkurs ist empfehlenswert für jeden, der sich für Alte Musik und ihre Aufführungspraxis interessiert. Anmeldung ist nicht erforderlich, Eintritt frei.

Die offiziellen Sprachen des Meisterkurses sind Englisch und Deutsch.

Repertoire

Werke aus allen musikalischen Epochen sind willkommen, aber das Schwerpunkt ist das Repertoire für Barocklaute aus mitteleuropäischen Archiven um 1700. Musiker/innen, die Erfahrung mit diesem Repertoire gewinnen und die Geheimnisse der Interpretation entdecken möchten – eine Musik, die sogar aus der Stadt des Meisterkurses stammte und hier gespielt wurde, – sind herzlich eingeladen, am Meisterkurs teilzunehmen und das Konzert Melante – der unbekannte Telemann anzuhören.

Während des Meisterkurses besteht die Möglichkeit, verschiedene Typen von historischen Instrumenten unter der Anleitung des Referenten auszuprobieren, sowie eine Reihe zeitgenössiger Quellen einzusehen.

Foto: Joachim Held & Barbora Hulcová.
Joachim Held & Barbora Hulcová, Meisterkurs im Rahmen des Projektes „Deutsche Renaissance-Lieder“ (2015).

Über das Projekt

Der Meisterkurs ist Teil des Projektes „Musik tschechischer und deutscher Komponisten aus den Sammlungen für Laute in der Bibliothek der Zisterzienserabtei in Grüssau (Krzeszów)“. Das Projekt umfasst eine Reihe von Bildungsaktivitäten in Zusammenarbeit mit der Janáček-Akademie für Musik und bildende Künste in Brünn, der Hochschule für Künste Bremen und dem Prager Konservatorium.

Informationen über weitere Konzerte und Meisterkurse in Bremen, Prag, Brünn und weiteren Ortschaften können Sie hier finden.


Foto: Jan Čižmář

Jan Čižmář

Jan Čižmář ist ein vielseitiger Interpret mit Spezialgebiet historische Zupfinstrumente. Er tritt regelmäßig in Europa, Asien und den USA auf, u. a. mit dem Concertgebouw-Orchester, dem Orchestra of the Age of Enlightenment, Orchester des 18. Jahrhunderts, Rotterdams Philharmonisch Orkest und der Capella Cracoviensis, sowie unter Dirigenten wie Frans Brüggen, Christopher Hogwood, Giovanni Antonini, Yannick Nézet–Séguin und Christina Pluhar. Er gibt auch Solokonzerte mit Barock- und Renaissancemusik und ist künstlerischer Leiter des Ensemble Plaisirs de Musique.

Nach dem Studium der Gitarre und Musikwissenschaften in seiner Geburtsstadt Brünn studierte er bei Jakob Lindberg an der Royal College of Music in London, wo er begann die Laute zu spielen. Danach studierte er am Koninklijk Conservatorium in Den Haag bei Nigel North, Joachim Held, Mike Fentross and Christina Pluhar.

Er gründete und war Herausgeber der tschechischen Zeitschrift Kytara (Die Gitarre) und schreibt regelmäßig für andere Musikzeitschriften. Er ist auch intensiv mit Verlags- und Forschungsaktivitäten im Bereich der Alten Musik beschäftigt. In 2010 gründete er die Hudební lahůdky (Musikalische Leckerbissen), deren künstlerischer Direktor er ist.

Jan Čižmář unterrichtete Laute und verwandte Instrumente an der Karol-Szymanowski-Musikakademie in Katowice (Kattowitz, Polen); derzeit unterrichtet er an der Janáček-Akademie für Musik und darstellende Kunst in Brünn und an der Akademie für Alte Musik der Masaryk-Universität in Brünn sowie als Gast an der Fryderyk-Chopin-Musikuniversität in Warschau. Er gibt regelmäßig Kurse und Masterclasses in Europa und im Übersee.


Wir danken

Der Meisterkurs findet mit finanzieller Unterstützung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds statt.

Česko-německý fond budoucnosti Hudební fakulta JAMU v Brně Erasmus+