La belle danse

Unter dem Ausdruck la belle danse verstehen wir den Tanzstil, der sich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Frankreich allmählich bildete, sich unter Ludwig XIV. (in seiner persönlichen Regierungsperiode 1661–1715) vollständig entwickelte und allmählich ganz Europa überschwemmte. Er tritt gegen Ende des 18. Jahrhunderts in den Hintergrund zurück. Es handelte sich um einen edlen Stil, technisch anspruchsvoller als die bisherigen Tanzformen, auf akademischer Basis systematisch ausgearbeitet (in der von Ludwig gegründeten Académie Royale de Danse). Er wurde sowohl beim Balltanzen als auch im Theater eingesetzt. Die raffinierten Elemente diesen Stils verschwanden allmählich aus den Balltänzen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts; im Theatertanz hingegen saugte die ursprüngliche la belle danse andere Einflüsse auf und entwickelte sich allmählich zur Form des heutigen klassischen Balletts. — Diese Abgrenzung ist notwendig, weil einige der erwähnten Tänze unter demselben Namen aber in anderer Ausführung getanzt wurden, sowohl in anderen Epochen als auch im Folklore-Umfeld.

Oft versteht man unter dem Begriff „Barocktanz“ etwas ungenau den eigentlichen Stil la belle danse. Es muss jedoch daran erinnert werden, dass es im Barock auch andere Tanzformen gab. Ein wichtiges Phänomen waren insbesondere die Kontratänze, die an drei Abenden des Kurses in Fokus stehen werden.