Musikalische Leckerbissen

— Konzertreihe alter Musik —

Frisch auff – Musik aus Codex Jacobides

Bisher unveröffentlichte Musik aus Prag zur Zeit Rudolfs II.

Mittwoch 21. Oktober 2020 19:00 — Aula, Janáček-Akademie (JAMU), Komenského náměstí 6, 602 00 Brünn (Brno), Tschechische Republik.

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Kupferstich.
Aegidius Sadeler (1570–1629), Ansicht von Prag (1606).
Steinbrücke oder „Karlsbrücke“ — Altstädter Brückenturm.

Programm

Michael Praetorius (1571 — 1621) Courante La Durette   (CJ fol. 7v–8r,  Terpsichore nr. 103)
Bransle simple de Novelle   (CJ fol. 5v–6r,  Terpsichore nr. 2:4)
Bransle gay   (CJ fol. 6v,  Terpsichore nr. 2:5)
Jacob Regnart (1540 — 1599) Nun bin ich einmal frey   (CJ fol. 32v,  Lieder nr. 3)
Anonym Courante   (CJ fol. 8v)
Jacob Regnart (1540 — 1599) Jungfraw eure wanckelmut   (CJ fol. 32r,  Lieder nr. 26)
Panno wrtkawost twa
Anonym Saltarella   (CJ fol. 20r)
Jacob Regnart (1540 — 1599) Wer sehen will zween lebendige Brunnen   (CJ fol. 31r,  Lieder nr. 15)
Stephan Laurentius Jacobides Præambulum Stephani Laurentij Jacobidis   (CJ fol. 1r)
Jean Planson (ca. 1559 — nach 1611) La Rousée de joly mois de may   (Airs fol. 38r,  CJ fol. 7v)
Anonym Fantasia   (CJ fol. 26r)
Cœlestium   (CJ fol. 25v)
Jesu tu nobis influas   (CJ fol. 25r)
Entraj di Lag   (Entrée de Luth)   (CJ fol. 11r)
Jacob Regnart (1540 — 1599) Ohn dich ich mus mich aller freüden maßen   (CJ fol. 30v,  Lieder nr. 1)
Bez tebe bywam wssi radosti zbawen
Anonym Eradi Magio   (CJ fol. 8v–9r)
Jacob Regnart (1540 — 1599) Ich hab vermeint, ich sey zum besten dran   (CJ fol. 31r,  Lieder nr. 13)
Anonym Ich ging ein mal spatziren   (CJ fol. 3v)
Ennemond Gaultier (ca. 1575 - 1651) Sarabanda de Gaultier   (CJ fol. 12v)
John Dowland (1563 — 1626) My Lord Willoughby’s Welcome Home   (Folger fol. 9v,  Sampson fol. 11v)
Jacob Regnart (1540 — 1599) Wer wirdet trösten mich wenn ich verleüre dich   (CJ fol. 31v,  Lieder nr. 16)
Jacob Regnart (1540 — 1599) Es müht ir vil mein zugestanden glück   (CJ fol. 30v,  Lieder nr. 52)
Někoho obtězuge me sstěstj
Anonym Frisch auff mein liebes Tochterlein   (CJ fol. 33v)
Jacob Regnart (1540 — 1599) Wann ich gedenck der Stund   (CJ fol. 32v,  Lechner nr. 3)
Jean Planson (ca. 1559 — nach 1611) La Rousée de joly mois de may   (Airs fol. 38r,  CJ fol. 7v)

►►►  Liedtexte.

Verwendete Quellen

CJ Codex Jacobides, Národní muzeum, České muzeum hudby, Prag, Handschrift XIII B 237.
Folger Folger Dowland, The Folger Shakespeare Library, Washington, D.C., Handschrift 1610.1.
Sampson Henry Sampson Lute Book, Handschrift, Private Library Robert Spencer, London.
Lieder Jacobus Regnardus, Teutsche Lieder mit dreyen stimmen, München (Adam Berg) 1583.
Lechner Leonardus Lechner, Neue Teutsche Lieder, Nürnberg (Katharina Gerlachin) 1586.
Airs Jehan Planson, Airs mis en musique (a quatre parties), Paris (Adrian le Roy & la vefue R. Ballard) 1593.
Terpsichore Michael Prætorius, Terpsichore, Musarum Aeoniarum Quinta, Wolfenbüttel (Fürstliche Druckerey) 1612.

Über das Projekt

Das Konzert ist Teil des Projektes „Codex Jacobides — bisher unveröffentlichte Musik aus Prag zur Zeit Rudolfs II“.

Projekt: Codex Jacobides — bisher unveröffentlichte Musik aus Prag zur Zeit Rudolfs II
Fr 14.08.2020
20:00
Konzert
Frisch auff
St.-Johannis-Kirche,
Nieblum, Föhr (DE)
Frei­williger
Eintritt
Sa 15.08.2020
19:00
Konzert
Frisch auff
St.-Laurentius-Kirche,
Johann-Adolf-Str., Tönning (DE)
15 €
Mi 19.08.2020
19:00
Konzert
Frisch auff
Schloss Kunín,
Kunín (Kunewald) 1 (CZ)
Frei­williger
Eintritt
Mi 21.10.2020
19:00
Konzert
Frisch auff
Janáček-Akademie (JAMU)
Komenského nám. 6, Brünn
Frei­williger
Eintritt
Do 22.10.2020
19:00
Konzert
Frisch auff
Archäologisches Institut,
Mikulčice-Trapíkov 736 (CZ)
Frei­williger
Eintritt
Fr 23.10.2020
19:00
Galakonzert
Codex Jacobides
Czech Museum of Music,
Karmelitská 2/4, Prag
Frei­williger
Eintritt
Do 29.10.2020
20:00
Online-Konzert
Frisch auff
Archäologisches Institut,
Mikulčice-Trapíkov 736 (CZ)
Frei­williger
Eintritt

Über das Programm

Die Anfänge der europäischen Instrumentalmusik sind untrennbar mit der Laute verbunden. Später, besonders im 16. und 17. Jahr­hundert, war die Laute das beliebteste und meistverbreiteste Instrument beim Hausmusizieren in bürgerlichen und adeligen Kreisen. Auch in den böhmischen Ländern wird sie bereits im 14. Jahrhundert erwähnt.

Das Fragment der Lautentabulatur CZ-Pnm XIII B 237 zählt zu den bedeutendsten böhmischen Denkmälern der Lautenliteratur aus der Zeit der Spätrenaissance. Es ist klar ersichtlich, dass der Schreiber bemüht war, das Manuskript in Teile zu gliedern, die sich jeweils auf das Repertoire eines bestimmten Typus konzentrierte. Es treten z. B. folgende Einheiten hervor: Präludien, Fantasien und Passamezzen, Arrangements von Regnarts Villanellen und von italienischen Vokal­kompositionen, französische und italienische Tanzlieder, Intavolierungen lateinischer geistlicher Kompositionen, Courantes usw.

Über den Autor der einzigen böhmischen nicht-anonymen Lauten­komposition (Præambulum, Fol. 1r), Štěpán Vavřinec Jacobides, ist uns nichts Näheres bekannt. Er könnte vielleicht mit einem gewissen Štěpán Jacobides Záhořanský identisch sein, der unter den Schülern der zur Sankt-Heinrich-Kirche gehörigen Schule erwähnt wird und der 1622 zwei Prager Bürgern seine Verse widmete. Seine kompositorische Aktivität dürfte dann wohl in dieselbe Zeit fallen.

Gemälde.
Kaiser Rudolf II. (1552–1612),
böhmischer König 1575–1611.

Auch die Numerierungsart der intavolierten Villanellen Jacob Regnarts vermag einigen Aufschluss im Problem der Datierung bieten. Der erste, 1576 im Druck erchienene Teil dieser Villanellen enthielt nur 22 Stücke. In der Tabulatur ist jedoch bei dem Lied Jungfraw, ewre wanckelmut (Fol. 32r) die Zahl 27 angeführt. Diese entspricht der Einordnung des Stückes in der Gesamt­ausgabe (Teutsche Lieder mit dreyen Stimmen), die zum erstenmal im Jahre 1583, weiter dann in den Jahren 1584, 1587, 1593, 1611 publiziert wurde. Regnart hielt sich in seiner Eigenschaft als Kapellmeister des Kaisers Rudolf II. zweimal in Prag auf: vom Jahre 1579, da die Gesamt­ausgabe noch nicht existierte und von 1595 bis zu seinem Tod in 1599.

Handschrift.
Folio 32r: Chce mi se wdatiLib mich als ich dich
(zum Vergrößern aufs Bild klicken).

Die Tabulatur enthält eine wichtige, einzigartige Auf­zeichnung von Regnarts Komposition Chce mi se wdatiLib mich als ich dich (Fol. 32r), auf die Jiří Tichota bereits 1967 hingewiesen hat. Man kann davon ausgehen, dass andere Lieder, die in dieser Handschrift als Unikate erhalten sind, ebenfalls von diesem Autor stammen könnten. Diese Vermutung wird nicht nur durch musikalische Ähnlichkeiten untermauert, sondern auch durch die Platzierung in der Nähe anderer Regnart-Kompositionen. Für einige Lieder kann regelrecht Detektiv­forschung betrieben werden; zum Beispiel ist der tschechische Textanfang von Regnarts sonst völlig unbekannter Komposition Chce mi se wdati keine Übersetzung des deutschen Lib mich als ich dich, was die Existenz des tschechischen Textes beweist (Chce mi se wdati wurde von den Liedsammlern der tschechischen nationalen Wiedergeburt als „Volkslied“ aufgenommen!).

Einige Kompositionen des Fragments sind für die 10-chörige Laute bestimmt. Instrumente dieses Typs kamen erst nach 1600 häufiger zur Verwendung. Die Handschrift stammt aus den ersten zwei bis drei Jahrzehnten des 17. Jahr­hunderts; die tschechischen Sentenzen und Titel bezeugen übrigens, dass der Schreiber und Benutzer der Sammlung tschechisch war.

Vom Repertoire her gehört die Handschrift zweifelsohne zur Gruppe der studentischen Lautenbücher, die unter den musikalischen Memorabilien des 16. und frühen 17. Jahrhunderts ein beeindruckendes Spezifikum darstellen. Drei von vier der weiteren Handschriften, die in Tschechien überliefert sind und Lautenmusik in deutscher Tabulatur enthalten, stammen aus dem gleichen Umfeld.

Eine vorrangige Stelle bleibt stets den zeitgenössischen Tänzen reserviert, deren farbreiche Skala übrigens von den regen kulturellen Kontakten Prags zeugt, wie auch von der bedeutenden Stellung, die diese Stadt damals im Zentrum Europas einnahm. Die Sammlung enthält weitverbreitete italienische, französische, spanische und englische Tänze, sowie als Tanzmusik bearbeitete deutsche und französische Lieder, aber auch zahlreiche Polonica und Hungaresken. Dass diese in der Sammlung figurieren, beweist, welche Aufmerksamkeit diesem Erdstrich geschenkt wurde, auf dem der Existenzkampf mit der türkischen Expansion entschieden wurde.

Großer Beliebtheit erfreuten sich ferner auch Intavolationen von vokalen Vorlagen für die Laute. In dieser Handschrift handelt es sich vor allem um die obenerwähnten Arrangements von Regnarts Villanellen, um Beispiele der italienischen Madrigalproduktion (Jacquet de Berchem, Philippe Verdelot), um Bearbeitungen französischer und deutscher Lieder und um die Transkription eines dreistimmigen Satzes zu einem lateinischen geistlischen Text (Jesu tu nobis influas – Cœlestium), wo der transkribierende Laie sein fehlendes Verständnis der Mensural­notation und Unkenntnis der Prinzipien der Musica Ficta zur Schau stellt. Ein Werk für zwei Lauten ist auch dabei.

Das Fragment ist die einzige Tabulatur böhmischer Herkunft für die Renaissance-Laute, in der auch das Interesse für ernste, künstlerische Produktion dokumentiert wird. Außer Jacobides’ Præambulum gehören dieser Gattung drei überkommene Präludien an, die sich bereits unverkennbar zur neueren französischen Schule bekennen, und schließlich eine meisterhafte Fantasie von Francesco da Milano, deren Aufnahme in das Manuskript beweist, dass auch anspruchsvolle kunstgerechte Musik bei den Prager Lautenisten beliebt war und gepflegt wurde.

(Dieser Text basiert auf Jiří Tichotas Vorwort zu der Ausgabe von Codex Jacobides.)


Ausführende

Bettina Pahn

Foto.
Joachim Held — Bettina Pahn.

Bettina Pahn wurde in Erfurt geboren. Sie studierte zunächst Violoncello und setzte später ihre Ausbildung in Gesang an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin und in Frankfurt/Main bei Prof. Elsa Cavelti fort. Seit Juni 2012 nimmt sie Unterricht bei der international bekannten, niederländischen Gesangspädagogin Margreet Honig. Schnell erregte ihr beweglicher lyrischer Sopran das Interesse von verschiedenen Dirigenten in den Bereichen Oratorium, Alte Musik & Lied.

Die deutsche Sopranistin etablierte sich durch ihre Auftritte und Aufnahmen mit Ton Koopman, ihre Konzerte in den wichtigsten Konzerthäusern wie der New Yorker Carnegie Hall und dem Amsterdamer Concertgebouw, sowie durch ihre Gastspiele bei den Göttinger Händel-Festspielen und dem Schleswig-Holstein Musik Festival als eine führende Sängerin für historisch informiertes Musizieren. Bis jetzt erschienen vier Alben von einer Reihe von CDs mit Ton Koopman, die dem Werk Dieterich Buxtehudes gewidmet sind. Das zweite Album Opera Omnia VII – Volume 3 wurde mit dem Echo-Klassik-Preis 2009 ausgezeichnet. Von 2012 bis 2014 hat sie unter Leitung von Ton Koopman auch zahlreiche Solo-Kantaten Buxtehudes eingespielt.

Außerdem sang Bettina Pahn u. a. unter der Leitung von Frieder Bernius, Pierre Cao, Peter Rundel und Patrick Peire.

Mit Ihrem Duo-Partner, dem Echo-Preisträger Joachim Held (Laute), verbindet sie eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit. Mit großem Erfolg konzertierte das Duo 2007 bei den Göttinger Händelfestspielen, im Juni 2008 bei den Schwetzinger Festspielen und im August 2009 beim Schleswig-Holstein-Festival. Im Rahmen der Händelfestspiele in Halle gaben sie 2011 ein Konzert mit dem Ensemble Sarband. Im Herbst 2007 erschien bei Hänssler die erste gemeinsame CD mit deutschen Volksliedern und im Juli 2009 die CD Stille Nacht mit alten deutschen Weihnachtsliedern. Im Juli 2011 folgten sie einer Einladung zu den Innsbrucker Festwochen für Alte Musik. Für 2015 haben sie eine Einladung zum Festival Itinéraire Baroque im Périgord.

Im September 2014 nahm Bettina Pahn mit Tini Mathot, Hammerflügel, für das Label Naxos Lieder der zweiten Berliner Liederschule auf. 2015 machte sie eine Aufnahme der weltlichen Lieder Carl Philipp Emanuel Bachs bei Naxos. 2020 und 2021 wird sie eine CD mit Telemann Kantaten und Kammermusik, sowie eine CD mit Kompositionen von Fanny Hensel und Clara Schumann für Hänssler Classic aufnehmen.

Joachim Held

Joachim Held wurde in Hamburg geboren. Er erhielt seine musikalische Ausbildung an der Schola Cantorum Basiliensis bei Eugen Dombois und Hopkinson Smith. In 1988 schloss er das Studium mit dem „Diplom für Alte Musik“ ab. Von 1988 – 1990 studierte er bei Jürgen Hübscher an der Musikhochschule Karlsruhe und schloss dort mit der „Künstlerischen Abschlussprüfung“ ab. In 1990 gewann Joachim Held den 2. Preis beim Concours Musica Antiqua des Flandern-Festivals in Brügge. Seitdem begann eine intensive internationale Konzerttätigkeit als Solist, Kammermusiker und Continuospieler.

So spielte Joachim Held seit 1993 (L’incoronazione di Poppea im Rahmen der Salzburger Festspiele) regelmäßig unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt. 2004 wirkte er bei dessen Produktion des King Arthur von Henry Purcell im Rahmen der Salzburger Festspiele mit.

Seit 1992 wirkte Joachim Held bei einer Vielzahl von Konzerten und Aufnahmen von Giardino Armonico (Mailand) mit (z. B. wirkte er mit bei dem Vivaldi Album mit, das mit Cecilia Bartoli für die Decca veröffentlicht wurde). Seit 2005 nimmt Joachim Held regelmäßig Solo-CDs für Hänssler Classic auf. So erschien 2005 eine Auswahl des Schele Manuskripts aus dem Jahre 1619 in Zusammenarbeit mit Radio DRS Zürich und eine CD mit Werken österreichischer Komponisten des Barocks für Barocklaute Erfreuliche Lautenlust. Für diese CD erhielt Joachim Held den „Echo Klassik 2006 für die beste solistische Einspielung im Bereich 17./18. Jh.“ 2006 erschien Deutsche Lautenmusik des Barock für Hänssler Classic in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk Köln. 2007 erschien Che Soavita, Italienische Lautenmusik des Barock und im Juni 2008 Musique pour le roi, Französische Lautenmusik des Barock. 2010 widmete er sich Werken zur Zeit John Dowlands unter dem Titel Merry Melancholy. 2013 erschien seine CD mit Lautenwerken von Johann Sebastian Bach, 2017 mit dem Frühwerk Silvius Leopold Weiss’ und 2019 eine CD mit polnischer Lautenmusik der Renaissance.

Als Solist trat Joachim Held u. a. bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci, dem Internationalen Bachfest Schaffhausen, den Schwetzinger Festspielen, den Köthener Bachfesttagen, den Concerti a San Maurizio in Mailand, dem Early Music Forum Budapest, der Hausmusik des ORF Wien, dem Schleswig-Holstein Musik Festival, der Bachwoche Ansbach und den Händel–Festspielen in Halle an der Saale und Göttingen auf.

Seit September 2007 unterrichtet Joachim Held am Königlichen Konservatorium in Den Haag, seit 2010 hat er eine Professur für Historische Lauteninstrumente an der Hochschule für Künste in Bremen inne.

Marta Kratochvílová

Foto.
Marta Kratochvílová — Jan Čižmář.

Marta Kratochvílová studierte Querflöte am Konservatorium von Pardubice und danach an der Janáček-Akademie für Musik und darstellende Kunst in Brünn (Brno). Anschließend vollendete sie ein Studium in Frankreich am Conservatoire National de Région de Strasbourg, wo sie sich auf die Querflöte des Barock und der Renaissance mit Jean-François Alizon and Nancy Hadden sowie auf Kammermusik mit Martin Gester und Patrick Blanc spezialisierte. Sie besuchte Meisterkurse und Workshops unter der Leitung von prominenten Persönlichkeiten wie Paul McCreesh, Barthold Kuijken, Jan-Latham Koenig und Sir Neville Marriner. In Frankreich spielte sie in den Ensembles Le Parlement de Musique, Le Masque, Bohemia Duo und NotaBene. In Verbindung mit Renaissance­workshops (Ferrara, München, Stuttgart, Basel) trat sie regelmäßig mit dem straßburger Consort für Renaissance-Flöten auf.

Sie gibt regelmäßig Konzerte in ganz Europa, vor Allem in kammer­musikalischen Projekten mit ihren künstlerischen Partnern, unter anderen mit Künstlern wie Christophe Coin, Jan Čižmář, Karel Fleischlinger, Joel Frederiksen, Marc Hervieux, Martin Jakubíček, Petr Kolař, Ján Krigovský, Martyna Pastuszka, Emmanuel Soulhat, Marcin Świątkiewicz und Marc Vonau, sowie mit den Ensembles {oh!} Orkiestra Historyczna oder Plaisirs de Musique, das sie mitgegründet hat. Sie ist auch künstlerische Leiterin des Renaissance-Querflöten­consorts Tourdion.

Als Lehrerin mit langjähriger Erfahrung wird sie häufig zu Präsentationen und Meisterkursen in ganz Europa eingeladen und gibt außerdem Privat­unterricht in dem Spiel und der historischen Interpretation der Barock- und Renaissance­traversflöte.

Supraphon
CD: Codex Jacobides, Praga circa 1600.

Jan Čižmář

Jan Čižmář ist ein vielseitiger Interpret mit Spezialgebiet historische Zupfinstrumente. Er tritt regelmäßig in Europa, Asien und den USA auf, u. a. mit dem Concertgebouw-Orchester, dem Orchestra of the Age of Enlightenment, Orchester des 18. Jahrhunderts, Rotterdams Philharmonisch Orkest, der Capella Cracoviensis und dem {oh!} Orkiestra Historyczna, sowie unter Dirigenten wie Frans Brüggen, Christopher Hogwood, Giovanni Antonini, Yannick Nézet–Séguin und Christina Pluhar. Er gibt auch Solokonzerte mit Barock- und Renaissancemusik und ist künstlerischer Leiter des Ensemble Plaisirs de Musique.

Nach dem Studium der Gitarre und Musikwissenschaften in seiner Geburtsstadt Brünn studierte er bei Jakob Lindberg an der Royal College of Music in London, wo er begann die Laute zu spielen. Danach studierte er am Koninklijk Conservatorium in Den Haag bei Nigel North, Joachim Held, Mike Fentross and Christina Pluhar. Er gründete und war Herausgeber der tschechischen Zeitschrift Kytara (Die Gitarre) und schreibt regelmäßig für andere Musikzeitschriften. Er ist auch intensiv mit Verlags- und Forschungs­aktivitäten im Bereich der Alten Musik beschäftigt. In 2010 gründete er die Hudební lahůdky (Musikalische Leckerbissen), deren künstlerischer Direktor er ist.

Jan Čižmář unterrichtete Laute und verwandte Instrumente an der Karol-Szymanowski-Musikakademie in Katowice (Kattowitz, Polen) und an der Akademie für Alte Musik der Masaryk-Universität in Brünn; derzeit unterrichtet er an der Janáček-Akademie für Musik und darstellende Kunst in Brünn. Er gibt regelmäßig Kurse und Masterclasses in Europa und im Übersee.

Er tritt auf einige Dutzende CDs auf; in 2020 erschien bei Supraphon seine erste Solo-CD, die der Musik des Codex Jacobides gewidmet ist.


Wir danken

Das Konzert findet mit finanzieller Unterstützung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, des tschechischen Kultusministeriums und der Statutarstadt Brünn (Brno) statt.

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